Januar 2022 - Februar 2023
Metaverse
Koproduktion mit Teo Otto Theater
LIVELAB in einer Schule


Prototyp: Bühne der Stille 2.0 - freiversum
Die „Bühne der Stille 2.0“ lädt das Publikum ein, über die Rolle von KI und  Social-Media bei der Gestaltung unserer Welt und unseres Selbstverständnisses nachzudenken und das kreative, verbindende und stimmgebende Potenzial dieses mächtigen Mediums zu erkunden.

Eine Gruppe von Schülern und Lehrern des Getrud-Bäumer-Gymnasium versammelte sich, um Erfahrungen zu erforschen. Unter der Leitung von #5630 e.V., einem interdisziplinären Team aus Künstlern, Pädagogen und Experten, erforschten sie die Wunder und Gefahren dieser komplexen und oft verwirrenden Welt.

Sie diskutierten und erörterten das kreative Potenzial dieser Medien, aber auch ihre Fähigkeit zu Konflikten und Zerstörung und setzten sich mit grundlegenden Fragen auseinander: Was ist Realität? Was ist Fiktion?

www.freiversum.com

        




                                                          


abschließende 
Gedanken.
Jugend im Theater, das ist oft die Ausnahme, wenn es tatsächlich um erlebbare Kultur und keine gezwungene Schulveranstaltung geht. Wir haben uns gefragt, was junge Menschen davon abhält Theater im Theater zu erleben. In den Gesprächen im freiwilligen Workshop, gab es dann Erkenntnisse. Darüber was Jugendliche umtreibt, was für sie interessant ist und wie sie Kultur wahrnehmen und selbst gestalten.

Überraschend sind ernsthafte Themen, welche das Leben bestimmen, für die Jugendlichen von großem Interesse. Die Auseinandersetzung damit ist erwünscht und oft können Inhalte eines Themas eine Lebenshilfe darstellen. Das klassischeAbo eines immer älter werden Publikums findet dabei kaum Interessenten beim jungen Publikum. Es sind auch nicht die Klassiker, sondern modernes Theater, welches das Interesse von Schülern wecken könnte. Viele Intendanten bemühen sich deshalb um ein zeitgemäßes Programm.

Die Jugend muss jedoch erst mal ins ortsgebundene Theater kommen um das Angebot wahrzunehmen. Dabei geht es oft um den unmittelbaren Zugang zu Kulturveranstaltungen. Der Kauf einer Karte, die Erfüllung von konventionellem Verhalten ist für viele der Jugendlichen eine Hemmschwelle. Theater soll auch nicht von Eltern und Schule verordnet werden, sondern als Erlebnis das kulturelle Angebot für die jungen Menschen erweitern. Freiwilligkeit bei jungen Menschen (ab z.B. 15 Jahren) kann vielleicht geweckt werden, wenn die Wahrnehmung der ganzen Vielfalt von „Theater“ auch im Stadtraum stattfindet, zum Beispiel in einer leer geräumten Kirche (#5630 im Jahr 2019) oder einem Stadthof (#5630 im Jahr 2021).

Im Projekt gab es als Folge der Pandemie den Zwang, der Einschränkung von Menschenansammlungen mit neuen Konzepten zu begegnen. Als Ersatz einer inzwischen untersagten Veranstaltung mit Publikum, wurden die zuvor erarbeiteten Showkonzepte auf der „Bühne der Stille“ an einem „Lostplace“ in einem Stadtraum real und virtuell erlebbar umgesetzt. Zum Beginn des Folgeprojektes (2021/2022) waren die Randbedingungen und Einschränkungen unklar. Es gab somit das Konzept in kleinen Gruppen (Schule) insbesondere Themen von „Social Media“ und dem „Metaversum“ zu betrachten und darüber eine Geschichte zu „erzählen“. Theater anders gedacht und an den Bedürfnissen der Jugendlichen aktuell orientiert. Das fand eine große Resonanz und wir konnten mit einem ersten Workshop starten.

Im Projektablauf fanden die Workshops im Getrud- Bäumer-Gymnasium Remscheid statt. Die Veranstaltungen wurden unter den gegebenen Hygienebestimmungen in der Schule und darüber hinaus in Videocalls durchgeführt. Begleitet wurden diese von Moderatoren, Autoren, Musikern, Künstlern. Die Schüler*innen arbeiten über die vorgegebenen Zeitfenster hinaus engagiert mit und lobten insbesondere die Begegnung und Akzeptanz der Macher „auf Augenhöhe“. Später gab es Aufgaben, welche insbesondere in der Entwicklung und Bearbeitung von Musikkompositionen und Texten lag. Dabei wurden für das Fernziel „Theater“ Charaktere von Protogonisten entwickelt. Diese interagierten später als Avatare auf Facebook und Instagram. Ein Wichtiges Ziel in unserem Projekt ist der fortlaufende Input der jugendlichen Teilnehmer. Um das final auf eine Theaterbühne zu bringen, erfolgt die Produktion auf professioneller Ebene.

Dem Thema „freiversum“ entsprechend, werden die Ergebnisse des ersten Projektzeitraumes (Jahr 2022) in der „Bühne der Stille 2.0“ ausgestellt und interaktiv erlebbar Die Präsentation sollte wiederum im Stadtraum außerhalb des Theater stattfinden, um für das Theater zu werben. Die Ausstellung spricht ein auf der Höhe der Zeit aktuelles Thema an und ist eine Werbung für die unterstützende Institution Stadttheater (Teo Otto Theater Remscheid) und gibt einen Ausblick auf eine Erzählung von Jugendlichen für Jugendliche und ein darüber hinaus interessiertes Publikum. Wichtig ist die Geschichte, das Narrativ, welches die Jugendlichen direkt betrifft und bewegt.

Das Projekt wurde einer breiten Öffentlichkeit bei de Bildungskonferenz der Stadt Remscheid im Jahr 2022 vorgestellt. Das Interesse war so groß, dass der Workshop nur einer begrenzten Zahl von Teilnehmer*innen zugänglich gemacht werden konnte. Dies zeigt: unser Projekt ist ein Experiment, welches Vorbild sein kann und wird. Mit Zuversicht wird es gelingen, den Kulturbetrieb damit nachhaltig zu beleben.



2023 — #5630, Remscheid